Musikgeschichte
Teil 1 - Von der Gregorianik zum Barock
Seit dem Beginn der Mehrstimmigkeit vor rund 1200 Jahren haben sich vielfältige musikalische Formen und Stile gebildet. Dabei führen künstlerische Höhepunkte zu Stagnation, Maxime werden hinterfragt, Schwerpunkte verschoben, was zu neuen Ausdrucksformen führt. Auf die Hochkultur der vokalen Mehrstimmigkeit des 16. Jahrhunderts folgt die auf einen einzelnen "Affekt" konzentrierte Barockmusik. Die Wiener Klassik ist dagegen von Themendualismus und der Entwicklung heute noch verwendeter Formen wie Sonate und Sinfonie geprägt. Als Gegenreaktion auf die Aufklärung spiegelt die Romantik die Sehnsucht nach dem Irrationalen und bringt gleichzeitig Gattungen wie das Kunstlied und das kleine Charakterstück für Klavier hervor. Im späten 19. Jahrhundert sind viele Traditionen in Auflösung begriffen. Vor allem die bis dahin als nahezu unumstößlich geltende Harmonielehre wird zunehmend hinterfragt. Im Laufe des 20. Jahrhunderts schließlich weitet sich das Spektrum in persönliche Ausdrucksweisen, von spätromantisch-konservativ über Zwölftonmusik bis zur Avantgarde, die allerdings spätestens nach 1945 einen Großteil des bürgerlichen Publikums verliert.
Im ersten Semester soll die Musikgeschichte von der Gregorianik bis zur Barockzeit beleuchtet werden. Obwohl Musik vom 12. bis zum 15. Jahrhundert im heutigen Konzertleben kaum eine Rolle spielt, findet hier manche Weichenstellung für spätere Epochen statt. Dazu gehören die Entwicklung der Notenschrift, die Erfindung des Notendrucks, die Vertonung der Messe als wichtigste Gattung, die Ablösung der Vorherrschaft geistlicher Musik und die Entwicklung der höchst kunstvollen Mehrstimmigkeit in der Renaissance. Um 1600 schließlich läutet ein radikaler Bruch den Beginn des Barock ein: Mit der Erfindung der Oper erhalten nun Sologesang und Generalbassbegleitung den Vorrang. Claudio Monteverdi und Heinrich Schütz sind die ersten, bis heute bekannten Komponisten, die diesen Stilwandel prägen, gleichzeitig aber die "alte" Kunst nicht vergessen, sodass die Musik des Barock schließlich eine Mischung aus Neuem und Altem wird.
Neben der Barockmusik sollen auch die prägenden Gattungen und bedeutenden Komponisten der wenig bekannten Epochen vorm Barock an Beispielen erläutert, besprochen und diskutiert werden. Geplant ist außerdem die Zusammenarbeit mit einem Ensemble für Mittelalter- und Renaissancemusik.
Teil 2 - Vom Barock zur Wiener Klassik
Teil 3 - Von der Wiener Klassik zur Romantik
Teil 4 - Von der Romantik zur Moderne